Luftbilder von Weingarten aus den 1960er Jahren

Ausstellung vom 18.09.2016 bis Frühjahr 2017.

 

Foto: Marianne Lother

Foto: Marianne Lother

 

Die Farbfotos dokumentieren anschaulich viele interessante Ansichten von Straßen und Plätzen im „fröhlichen Weindorf“ aus dieser Zeit des Umbruchs. Die Verdolung des Walzbachs in der Bahnhofstraße hatte bereits begonnen, und auch an vielen anderen Stellen entstanden viele Neubauten sowohl im Ort selbst auch in den am Rand gelegenen Gewerbegebieten.

Die Sonderausstellung vermittelt einen anschaulichen Einblick, dass sich Weingarten zwar in einigen Bereichen erheblich verändert, aber sein gewachsenes Ambiente im Ortszentrum mit Marktbrücke und offenem Bachlauf immerhin bewahrt hat.

 

Ausstellungsbesucher anlässlich des 4. Museumsfestes am 18.09.2016.

Ausstellungsbesucher anlässlich des 4. Museumsfestes am 18.09.2016.

Eine weitere Neuerung ist der renovierte Keller des Museums. Dort sind die Geräte und Behältnisse, die man für den Wein- und Obstbau braucht, ausgestellt. Die Ausstellungsstücke reichen über Fässer, Zuber und Bütten bis zu den Weinbergspritzen. Eine hat jetzt der befreundete Heimat- und Kulturverein Walzbachtal als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Als besondere Attraktion wurde im Keller die Brennblase aus der ehemaligen Schnapsbrennerei Schoch-Geggus wieder aufgebaut. Außerdem können Besucher die historische Kniehebelpresse des Grafikers und Malers Erwin Koch bestaunen und die Werkstatt im Hintergebäude besichtigen.

 

Das neue Heimatmuseum wurde Ende September 2012 eröffnet und stößt seither auf gute Resonanz in der Bevölkerung von Weingarten. Aber auch Gruppen von auswärts melden sich immer wieder zu einer Führung an. Ein Schwerpunkt der Dauerausstellung ist die Ur- und Frühgeschichte mit den Stationen Steinzeit, Kelten, Römer, Alemannen, Merowinger und Mittelalter mit Exponaten, die überwiegend bei Ausgrabungen in Weingarten gefunden wurden.

Interessant besonders auch für Kinder ist die Naturkunde mit präparierten Tieren wie Dachs und Fuchs sowie Vögeln und Insekten, die allesamt in der Region vorkommen. Ein spektakuläres Ausstellungsstück ist der 1964 im Kieswerk zu Tage geforderte Stoßzahn eines Mammuts.

Im Künstlerzimmer kann man die Werke Weingartener Maler und Künstler betrachten und sich im Lesezimmer über die heimatkundliche Literatur informieren, die man auch kaufen kann.

Der Bürger- und Heimatverein hat mit seinem Heimatmuseum im vergangenen Jahre auch am Wettbewerb „Heimat hat Zukunft“ des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe teilgenommen. Aus dem Kreis von insgesamt 47 Bewerbungen ist es ihm auf Anhieb gelungen, unter die zehn besten zu kommen. Dabei würdigte die Jury insbesondere auch die museumspädagogische Arbeit, die in Weingarten mit großem Engagement geleistet wird.